Rom 2018

Vor meinem Bericht muss ich noch eine Zeile voranschicken: Ich war noch nie so stolz, Trachtlerin zu sein als an diesem Freitag, den 11. Mai 2018, als ich unter strahlendem weiß-blauen Himmel mit weiteren 40 Trachtlerinnen und Trachtlern sowie Pfarrer Bernd Leumann aus Königsbrunn hinter unserer Standarte in den Petersdom in Rom eingezogen bin! Das Gefühl war unbeschreiblich und erzeugt allein bei dem Gedanken daran eine Gänsehaut.

 

Aber nun zu meinem Bericht:

Als Ende August 2017 die Einladung kam, sich für die „Grande Parata“ in Rom zu bewerben, war mir klar, dass kein Vereinsvorstand innerhalb der kurzen Anmeldefrist in der Lage ist, Teilnehmer zu melden bzw. die erforderliche Anmeldegebühr zu bezahlen. Es kostete schon Überredungskunst, den Gauausschuss davon zu überzeugen, eine Anmeldung einschließlich der Anmeldegebühr für 40 Personen loszuschicken. Aber es ist mir gelungen und damit konnte das Werben um Mitfahrt für diese wunderschöne Fahrt beginnen.

 

Und so saßen am Vatertag Abend Trachtlerinnen und Trachtler aus Vöhringen, Gersthofen, Lechhausen, Königsbrunn, Mering, Scheuring und Schwabmünchen, dazu Gäste aus dem Huosigau im Bus der Firma Bottenschein zur Fahrt nach Rom.

 

Ein strahlender Sonnenaufgang begrüßte uns kurz vor Rom. Nachdem zu dieser  frühen Stunde die Hotelzimmer noch nicht fertig waren, stellte uns das Hotel einen Teil des Frühstücksraums als Garderobe zur Verfügung. In einer großen Gemeinschaftsaktion waren in relativ kurzer Zeit Alle in Festtracht gekleidet und frisiert.

 

Dann begann das große Abenteuer „öffentlicher Nahverkehr“. Man muss sich daran gewöhnen, dass ein regelmäßiger Fahrplan in Rom nicht besteht, aber bald waren wir Spezialisten in Sachen Bus und Metro.

 

Nachdem wir so früh angekommen waren, bot sich ein erster Besichtigungspunkt an und wir fuhren zur Kirche Santa Maria Maggiore, eine der Hauptkirchen von Rom. Wir waren beeindruckt von der Pracht und der Größe der römischen Kirchen, vor allem aber auch, weil wir wussten, dass uns mit dem Petersdom noch größere Dimensionen erwarten.

 

Gerade auch für unsere jüngeren Teilnehmer war die Akzeptanz durch die Römer und die römischen Besucher ein schönes Erlebnis. Immer wieder wurden wir gefragt, wo kommt ihr her, was macht ihr hier oder aber auch nur ein gerufenes „bellissimo“ zeugten von der positiven Wirkung durch den Auftritt als Gemeinschaft.

 

Ein ganz besonderes Dankschee gilt hier unserem Standartenträger, Gauvorplattler Toni Kürzinger. In Ermangelung eines geeigneten sicheren Abstellplatzes für unsere Standarte hat er an diesem Vormittag die Standarte mitgetragen. Die Aufmerksamkeit und die Bewunderung waren ihm auf jeden Fall sicher. Aber was wäre eine Grande Parata ohne Standarte?

 

Dann war es endlich so weit. Wir waren auf dem Petersplatz angekommen. Die angekündigten polizeilichen Sicherheitskontrollen waren schnell erledigt. Die Metalldetektoren gaben beim Trachtenschmuck den Geist auf und wenn es nicht gerade ein Messer war wurden wir schnell durchgewunken.

 

Die Südtiroler Kapelle St. Johann im Ahrntal, Nähe Bruneck, führte uns mit einem stilvollen feierlichen Marsch quer über den Petersplatz zum Hauptportal des Petersdoms und wir zogen durch den langen Mittelgang des Doms vor bis zum Hauptaltar. Dort wurde es sehr ruhig, war es doch ein Platz, der für den normalen Besuchsverkehr geschlossen war. So feierten wir für uns gemeinsam mit den Südtirolern und dem Fanfarencorp Blaufelden aus der Nähe von Crailsheim einen feierlichen Gottesdienst. Zelebriert wurde dieser von Prof. Dr. Hans-Peter Fischer, Rektor am Campo Santo Teutonico. Konzelebrant war unser Pfarrer Bernd Leumann, für einen schwäbischen Pfarrer auch nicht unbedingt alltäglich.

 

 

Für alle Teilnehmer waren dies so bewegende Augenblicke, die man nicht beschreiben kann. Das muss man erlebt haben!

Der laue Abend war hervorragend geeignet, das Dolce Vita von Rom zu genießen. Ein Teil fand rustikale italienische Küche abseits vom Touristenrummel, ein anderer Teil traf sich im Stadtteil Travestere, einem der ursprünglichsten und authentischsten Viertel der Stadt Rom zu italienischen Spezialitäten und italienischem Wein.

 

 

Der Samstag stand ganz im Zeichen von Besichtigungen. Bereits am Morgen traf man sich zur Fahrt nach Castel Gandolfo, der Sommerresidenz der Päpste. Die frühe Uhrzeit ermöglichte ein unbeschwertes Flanieren durch kleine Gassen und Blicke auf den Albaner See. Die Möglichkeit, die Räumlichkeiten der vatikanischen Residenz zu besichtigen wurden von Allen gerne genutzt.

Große Freude bereiteten wir auch einer Braut, die unsere jungen Trachtlerinnen und Trachtler spontan zum Hochzeitsfoto einlud. Wenn wir Zeit gehabt hätten, wäre es mit Sicherheit eine zünftige Hochzeit geworden!

 

Die Reiseführer bezeichnen die Kirche St. Paul vor den Mauern als wunderschöne Basilika, die nach dem Trubel der Innenstadt eine wohltuende Stille verbreitet. Wir kehrten dies um und traten nach der Besichtigung die Metrofahrt in die turbulente Innenstadt an.

Wir begannen unseren Fußweg am Colosseum und ließen uns von Pfarrer Leumann über das Forum Romanum zum Kapitol, zur Trajanssäule, dem Brunnen Fontana die Trevi bis hin zur spanischen Treppe führen.

Das Verbot von nicht authorisierten Führungen durch Rom wurde elegant mit schriftlichen Beschreibungen umgangen. Es hätte mit Sicherheit noch mehr zu sehen gegeben, aber irgendwann versagen sowohl die physischen als auch die psychischen Kräfte.

 

Wir freuten uns schon auf den gemeinsamen Abend mit den anderen Gruppen. Unter blühenden Olivenbäumen genossen wir italienisches Essen und schnell war mit Musik und Tanz Verbindung geschaffen.

Schade, dass wir relativ früh aus Rücksicht auf andere Gäste und die Anwohner das Musizieren einstellen mussten. Wir brachen deshalb unsere Zelte ab und verlegten Alles in den Hotelgarten. Dort waren die Musikanten noch lange zugange – wie es bei Musikanten halt so ist.

 

Der Sonntag bot einen weiteren Höhepunkt. Mit Pfarrer Leumann feierten wir in der Kirche des Deutschen Friedhofes einen gemeinsamen Gottesdienst. Zelebrant war Bischof Dr. Josef Clemens, dienstältester Deutscher Theologe im Vatikan. Kleines Bonmot am Rande: Pfarrer Leumann probierte, ob ihm das Zucchetto des Bischofs passt …..

Mit der Bayernhymne schlossen wir diesen Teil ab.

 

Anschließend ging es zum Angelusgebet mit Papst Franziskus auf den Petersplatz. Nachdem die Zeit reichte und auch der Platz, ließen sich die Aktiven nicht lange bitten und boten mit Mühlradl und einem Plattler Abwechslung für die wartenden Zuschauer. Auch das wird in unsere Annalen eingehen und mit Sicherheit wird später den Nachkommen erzählt: Wir haben auf dem Petersplatz getanzt!!

Zu unserer Freude begrüßte Papst Franziskus explizit die „Musik- und Folkloregruppen aus Allemagne“.

 

Reiseleiterin und Motor der Romreise Marianne Hinterbrandner bedankte und verabschiedete sich von Frau Loredana Ramozzi, der Organistorin des Veranstalters Courtial International.srl

Dann war schlussendlich der Zeitpunkt der Abfahrt gekommen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren Fahrern Günter Eberle und Jürgen Wettenmann von der Fa. Bottenschein. Sie haben uns sicher und schnell befördert und auch die Romkenntnisse von Fahrer „Giovanni“ leisteten gute Dienste!

 

Ein ganz herzliches Vergelts Gott an Alle, die an unsere Romfahrt teilgenommen haben und diese Fahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben!!

Vielen Dank auch an Alle, welche Bilder zur Verfügung gestellt haben, insbesondere an Ingrid Zott, die unsere Reise fotografisch dokumentiert hat!

Weitere Bilder und Videos werden in den nächsten Tagen in der Bildergalerie eingestellt.

 

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