Am Samstag 10.03.2018 um 9.00 Uhr in der Früh, trafen sich 12 interessierte Trachtlerinnen aus dem gesamten Gaugebiet, um mit Gisela Haußner in die Welt der Brauchtumsbäckerei einzutauchen. Bereits beim Anblick der Zutaten war allen klar, dass wir uns nicht zum gemütlichen Ratschen mit ein bisschen Backen treffen. Die Räumlichkeiten in Graben wurden von Elfriede und Donald Gralheer, zusammen mit den Mitgliedern des Trachtenvereins Lechfeld, bestens für die nächsten zwei Tage vorbereitet. Mit dieser Rundumversorgung im Rücken konnten sich alle auf das Wesentliche konzentrieren – „Brauchtumsbäckerei im kirchlichen Jahreskreis“. Mit Bildern und vielen kleinen Geschichten brachte Gisela uns nahe, was früher zu bestimmten Anlässen gebacken wurde, und auch warum. Nach dieser theoretischen Einführung war Schluss mit „faulenzen“ und es wurde gebacken. Unmengen an verschiedenen Teigen wurden hergestellt und je nach Anlass entsprechend geformt. Erstaunlich, wann früher immer gebacken wurde. Am ersten Tag wurden unter anderem Osterlamm, Osterfladen, Barbarakuchen, Johanniplätzchen, Schmalzgebäck zu Kirchweih, Lebkuchen, Seelenzöpfe, Blasiusbrot und Kräuterbrot zu Maria Himmelfahrt hergestellt. Schnell füllte sich der Tisch mit all den Leckereien und es musste „angebaut“ werden. Der Sonntag war nicht weniger interessant. In Kleingruppen wurden wieder schüsselweise Teige hergestellt und zu Schmalzgebäck, Rahmfleck welche auf Michaeli-Märkten Brauch sind, verschiedenen Gebäcken zu Dreikönig, Lucia-Schnecken, Martinsgänse, Augsburger Friedenstauben und Josefsbrot. verarbeitet. Auch die Wünsche der Teilnehmerinnen wurden berücksichtigt, und so haben einige zum ersten Mal in Ihrem Leben „Auszogne“ gebacken. Außerdem haben wir uns in der Herstellung von Gebildbroten versucht. Selbstverständlich wurden wir währen der gesamten Zeit von Gisela und ihrem Mann Georg mit fachlichen Ratschlägen unterstützt und mit Hintergrundinformationen zu den verschiedenen Feierlichkeiten versorgt. Und wie es in so einer Runde üblich, kam der Austausch nicht zu kurz. Ganz sicher werden wir das neu erworbene Wissen im Jahresverlauf weitergeben. Und wenn es in nächster Zeit aus einigen Vereinsheimen verführerisch duftet, ist hier sicherlich eine Teilnehmerin dieses Wochenendes am Werk. (Ulrike Riedl)

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